Gewerbegebiete denken um

Die Versorgung eines Gewerbegebietes mit Mobilität und Energie ist ein komplexes Thema – und historisch bedingt, ineffizient gelöst. Hintergrund dieser Situation ist dass bei der Planung kein Masterplan erstellt wurde, der die Nachhaltigkeit und Effizienz berücksichtigt hat.

Ein Masterplan ist sinnvoll denn er berücksichtigt viele Elemente die ineinander greifen können und wenn die „Verbraucher“ eingebunden werden, auch viele Kosten spart.

Individuelle Lösungen sind inneffizient

Ein sehr konkretes Beispiel spielte sich gerade in einem kleinen Gewerbegebiet im Westerwald mit ca. 10 ansässigen Firmen ab. Ein kleiner Betrieb kam auf den Gedanken seine Wärmeversorgung auf Solarthermie + Holzpellets-Heizkessel umzustellen. Aus Kostengründen, aber auch aus der Überzeugung heraus sich von der Preisentwicklung bei den fossilen Brennstoffen zu entkoppeln.

Ein „Masterplan“ und „Häuptling“ musste her

Das Gewerbegebiet hatte in diesem Fall Glück, denn der Planer des Holzpellet-Heizhauses verfolgte das weitsichtigere Ziel, das gesamte Gewerbegebiet nachhaltig aufzustellen. Also sprach der Planer mit allen ansässigen Firmen. Dabei stellte sich heraus dass eine Großwäscherei überschüssige Wärme produzierte die nicht verwendet wurde.

Macht es für den Planer kaufmännisch Sinn einen festen Auftrag aufs Spiel zu setzen? Auf jeden Fall, denn als die Großwäscherei von den nachhaltigen Plänen erfuhr, bildete sich eine Initiative in dem Gewerbegebiet die dazu führte, dass ein Nahwärmenetz verlegt wurde. Die Wärme wird nun von Solarthermie-Kollektoren die optimal ausgerichtet werden konnten und von einem zentralen Heizhaus geliefert, das lokal produzierte Holzpellets als regenerativen Energieträger verwendet. Die Holzpellets werden aus Holzabfällen aus der Region produziert. 100% lokale und autarke Wertschöpfung.

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Gemeinsam Gewinnen alle – mit einem Masterplan

Das Endergebnis war eine klassische Win-Win-Win Situation, denn die Großwäscherei und die benachbarten Firmen beziehen nun nachhaltig produzierte Wärme 1 ct/ kWh günstiger als zuvor. Da die Investitionskosten bekannt waren und der Lieferant der Holz-Pellets einen 5 Jahres Festpreis ablieferte, sind die Kosten durch ein Contracting-Liefervertrag für weitere 5 Jahre planbar geworden.

Da diese Umstellung für alle Beteiligten mit Ängsten und Risiken verbunden waren, ließ der Planer die Heizkessel der Firmen erstmals installiert, um so eine Unabhängigkeit vom System noch zu gewährleisten.

Täglich bewegen sich hunderte Mitarbeiter dorthin, duzende Fahren zu Kundendienstfahrten wieder raus und Abends kehren alle wieder raus. Dabei ist viel Zeit und Energie verbraucht worden. Die Frage ist wie Effizienz dieser Verbrauch war?

In dem geschilderten Gewerbegebiet wird nun die individuelle Mobilität erfasst um festzustellen welche Ineffizienzen dort bestehen, die durch kleine Umstellungen schnell optimiert werden können. Dabei spielen Fahrgemeinschaften, Park&Ride Treffpunkte und CarSharing Modelle eine wesentliche Rolle.

Zu den Erkenntnissen aus diesem Gewerbegebiet werden wir Sie bald informieren.

 

2012-11-15T11:37:33+00:0009 November 2012|

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