Auf der 3. eCarTec Messe, die dieses Jahr vom 23. – 25. Oktober in München stattfand herrschte die Frage „wie geht es weiter mit der eMobilität “? Kommt eine staatliche Subvention für private Kunden wie in Frankreich (7.000 Euro) oder in Spanien (5.000 Euro), oder bleibt es bei dem Ansatz Projekte, Forschung und Entwicklung zu fördern. Aus informierten Kreisen sickerte kürzlich durch, dass die geplanten Steuererleichterungen für Dienstwagen mit Elektroantrieb jetzt endlich kommen könnten.

Konfusion bei der Wahl des richtigen Steckers

Wer sich ein eigenes Elektroauto anschafft weiß genau welchen Steckertyp der Fahrzeughersteller gewählt hat und welche Ladeleistung das Fahrzeug „annehmen“ kann. Somit ist die Wahl der Ladevorrichtung einfach. (siehe Elektrotankstellen). Mit einem eignen Auto am gleichen Stellplatz kann das Kabel an der Ladevorrichtung fest eingebaut sein, denn Ladebox und Auto sind immer dieselben und somit aufeinander abgestimmt. Ein fest eingebautes Kabel an der Box erhöht der Komfort des Ladevorganges erheblich.

Wenn es aber darum geht einen öffentlichen Ladepunkt anzubieten, muss der Betreiber der Ladesäule sich genaue Gedanken machen welche Fahrzeugtypen bei ihm laden werden und wie schnell geladen werden soll.

Öffentliches Laden

Da jedes Elektroauto mit einer bestimmten Ladedose geliefert wird und beim AC-laden bis 22 KW der Typ 2 Stecker von Mennekes am Endstück des Kabels für Deutsche Fahrzeuge montiert ist, sollte die Ladevorrichtung mindestens einen Schuko-Steckplatz und einen Typ 2 Ladepunkt anbieten. Im Idealfall auch dass beide Ladepunkte parallel Strom liefern und abrechnen können.

Die erwartete Ladegeschwindigkeit, also wie viele Kilowatt Strom pro Stunde durch die Ladebox und das Ladekabel fließen sollen, ist sehr relevant bei der Auswahl der richtigen Ladeinfrastruktur. Damit verbunden ist auch die Auslegung der Querschnitte der zuführenden Stromkabel, der Amperestärke und der Stromspannung in Volt.

Das Fahrzeug ist aktuell das schwächste Glied im Ladevorgang

Ein weiteres relevantes Entscheidungskriterium ist, wie viel Strom kann der eingebaute Lader im Fahrzeug, aufnehmen. Haben sie nur Fahrzeuge die bis 3,7 kW pro Stunde (kW/h) aufnehmen können, ist der Investitionsbedarf in die Ladeinfrastruktur (Box + Kabel) sehr niedrig. Steht aber in Aussicht dass Sie Autos die bis 22 kW/h oder später sogar bis 43,5 kW/h laden können, so ist die Investition in stärkeren Kabel seitens des Energieversogers erforderlich und somit sind höhere Investitionskosten notwendig.

Die aktuell verfügbaren Fahrzeuge auf dem Markt, also MiEV, Kangoo, Fluence und LEAF können nur 3,7 kW je Stunde aufnehmen, somit ist für diese Fahrzeuge keine stärkere Ladevorrichtung notwendig.

Erst wenn der Renault Zoe oder der smart ED mit dem optionalen 22 kW Lader zu erwerben sind, sollte über eine schnellere Lademöglichkeit nachgedacht werden. Wie gesagt, wenn schnelleres Laden notwendig ist.

Wie intelligent muss Ihre Ladesäule sein?

Als alles anfing war eine Ladevorrichtung nur eine besser abgesicherte Steckdose die integrierte Sicherheitsvorkehrungen enthielten um Ladepunkt und Auto vor Überspannungen und Brand zu schützen.

Heute reichen diese „dummen“ Ladepunkte nicht mehr, denn die Fahrzeuge ermöglichen mittlerweile eine intermodale Kommunikation, soll heissen, die Autos liefern viele wertvolle Informationen für den Nutzer des Fahrzeuges und umgekehrt, der Fahrer kann dem Auto viele „Befehle“ senden um optimal für den nächsten Einsatz vorbereitet zu sein.

Die Information die eine Ladesäule liefert ist relevant um die Abrechnung gegenüber dem Verbraucher zu ermöglichen. Hier fängt die „Qual-der-Wahl“ an. Möchte der Betreiber der Ladesäule dem Nutzer den Strom monatlich in Rechnung stellen oder bevorzugt der Betreiber eine „Pre-paid“ RFID Karte die mit seinem corporate identity versehen ist und „nur“ die verbrauchte Ladezeit vom Guthaben abgezogen wird. Oder soll der eMobilist mit seiner EC-Karte zahlen können?

Der Fahrer eines eAutos genießt viele Vorteile, denn er kann seinen Ladevorgang Kosten- und zeitlich optimieren, wenn die Ladesäule intelligent ist. Der Fahrer gibt seinem Auto somit das Kommando wann er laden soll und ob das Fahrzeug vorgeheizt werden soll. Dieser Vorteil steigert nicht nur den Komfort, indem man in ein warmes entfrostetes Fahrzeug einsteigt, sondern es erhöht die Reichweite im Winter erheblich. Wenn Sie sich erinnern, gab es diese „Standheizungen“ früher nur in der gehobenen Fahrzeugklassen oder als sehr teures Zubehör.

Die Königklasse der Kommunikation und Abrechnung

Das non-plus-ultra ist natürlich die Steuerung des Ladevorganges und die Vorbereitung des Fahrzeuges über eine Applikation (App) auf dem smartPhone. Bis vor kurzem war das der Stand der Technik, doch auf der eCarTec lernte ich VoltTerra kennen, die mit Ihrer Applikation es sogar ermöglichen, dass Fremde eMobilisten, die spontan an Ihrer Ladesäule laden wollen, es auch tun können indem Sie die VoltTerra App runterladen, sich binnen 60 Sekunden registrieren und schon kann der Fahrer laden und der Betreiber erhält seine Vergütung.

Elektrofahrzeuge laden

Elektrofahrzeuge laden ist eigentlich ganz einfach wenn man nur „Strom tanken“ möchte, doch sobald Auto und Ladesäule dem Nutzer höhere Komfort und Optimierungsmöglichkeiten anbieten soll, oder die Ladeinfrastruktur öffentlich angeboten werden soll, erst dann benötigt ein Unternehmen oder ein Betreiber von Ladesäulen den Rat vom Experten.

Gute eFahrt!

2012-11-15T10:50:49+00:0002 November 2012|

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